Past Forward in der ARD Mediathek!


Past Forward in der ARD Mediathek!

Unsere Doku: “Past For­ward — Kein Bock auf Arbeit? Die Work‐Life‐Balance der GenZ” ist ab sofort in der ARD Media­thek abrufbar.

Lie­ber 20 statt 40 Stun­den die Woche arbei­ten? Vie­len unter 30 ist die Work‐Life‐Balance offen­bar wich­ti­ger als Geld. Die­ser Sin­nes­wan­del führt mitt­ler­weile zu einem ech­ten Gene­ra­tio­nen­kon­flikt. Denn die Gene­ra­tion Z trifft auf Chef*innen, die das als Faul­heit wer­ten. Past Forward‐Reporterin Sophie würde auch gerne weni­ger arbei­ten – mehr die Frei­zeit genie­ßen, Freunde und Fami­lie tref­fen. Doch so rich­tig traut sie sich nicht, auf die Bremse zu tre­ten: Was macht das mit der eige‐nen Kar­riere und dem Geld? Bleibt dann nicht auch immer Arbeit lie­gen? Und: Müss­ten wir heute sowieso nicht eher mehr arbei­ten, um den Fach­kräf­te­man­gel aus­zu­glei­chen? Bei ihrer Recher­che fin­det Sophie in der Ver­gan­gen­heit harte Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Arbeits­zeit und eine 40‐Stunden‐Woche, deren Ein­füh­rung damals noch als Sieg gefei­ert wurde.
In den 1950ern war die 40‐Stunden‐Woche eine hart erkämpfte Errun­gen­schaft der Arbeitneh-mer*innen – der damals jun­gen Gene­ra­tion. „40 Stun­den Arbeit sind genug!“ hieß es am 1. Mai 1955 vom Deut­schen Gewerk­schafts­bund. In der Nach­kriegs­zeit waren 48 Stun­den Arbeit noch der Durch­schnitt – gear­bei­tet wurde an sechs, statt der heute gän­gi­gen fünf Tage die Woche. Für So‐phie heute unvor­stell­bar. Der Kampf um den arbeits­freien Sams­tag war schließ­lich erfolg­reich: 1959 wurde die 40‐Stunden‐Woche für die Ziga­ret­ten­in­dus­trie als erste Bran­che tarif­ver­trag­lich verein‐bart. Wer hat das damals erkämpft? Die Väter, die bei ihren Kin­dern sein woll­ten? Oder die Müt­ter, die Unter­stüt­zung bei der Care‐Arbeit ein­for­der­ten? Und ging es damals auch um eine neue Form der „Work‐Life‐Balance“?

„Work‐Life‐Balance“ – ein Wort, das Mar­tin Acker­mann fremd ist. Der ehe­ma­lige Mess‐ und Regel‐techniker hat in sei­nem gesam­ten Arbeits­le­ben mehr Stun­den gemacht, als er musste: erst in der DDR, im Gas­kom­bi­nat Schwarze Pumpe, und spä­ter in der BRD, in der Koke­rei Zoll­ver­ein in Essen. Er mochte sei­nen Job, erzählt er. Und auch heute noch, in sei­ner Rente, lässt ihn sein alter Arbeits‐platz im Ruhr­ge­biet nicht los – er gibt Füh­run­gen auf dem still­ge­leg­ten Gelände. Vor Ort spre­chen er und Sophie über seine Arbeits­mo­ral und wie unter­schied­lich die Arbeits­an­for­de­run­gen im Wes‐ten und Osten der 1970er und 1980ern waren.

Monika Wulf‐Matthies kämpfte in den 1980ern im Wes­ten für eine 35‐Stunden‐Woche und schei‐terte. Damals war sie die Che­fin der Gewerk­schaft Öffent­li­che Dienste, Trans­port und Ver­kehr. Sophie trifft die Kämp­fe­rin von damals und will her­aus­fin­den wie sie auf die Gen Z und unsere heu‐tige Arbeits­welt blickt. Steht die 40‐Stunden‐Woche end­gül­tig vor dem Aus?

Influen­ce­rin Ivana Tadic hätte nichts dage­gen – die 23‐Jährige sieht darin ein ver­al­te­tes Kon­zept, das drin­gend aus­ge­bes­sert wer­den müsste. Die „Bewer­bungs­queen“, wie sie sich auf Tik­Tok nennt, hat einige Ideen wie Arbeitgeber*innen der jun­gen Gene­ra­tion ent­ge­gen­kom­men könn‐ten.

Bei der Dis­kus­sion um gerin­gere Arbeits­zei­ten fühlt sich Rei­ni­gungs­kraft Anke Kie­ver­na­gel aus Bre­men null mit­ge­nom­men. Sie würde eher mehr arbei­ten, um von ihrem Ver­dienst leben zu kön‐nen, statt wei­ter nur zu über­le­ben. Ist der Dis­kurs um „zu viel“ oder „zu wenig“ Arbeit nur eine Luxus­dis­kus­sion unter Gutverdienenden?

Im Film lernt die Repor­te­rin unter­schied­li­che Blick­win­kel auf die Arbeits­welt frü­her und heute ken‐nen. Wel­che Leh­ren las­sen sich dar­aus für die Zukunft zie­hen? Auch für Sophies eige­nes Arbeiten?

Eine Bre­me­dia Pro­duk­tion im Auf­trag der ARD für die ARD‐Mediathek